November 17, 2011

Heiratsmarkt China

Waren vor ein paar Wochen am People's Square spazieren und sind dabei auf einen Heiratsmarkt gestossen. Äussert interessant was wir da zu sehen bekommen haben und witziger noch, dass ich auf einer internen Firmenveranstaltung kürzlich mit einer chin. Kollegin darüber ein interessantes Gespräch geführt hatte und genau jetzt auch gerade ein entsprechender Spiegel Artikel online veröffentlicht wurde, der selbige Thematik behandelt. Aber alles der Reihe nach...

Es vergeht kein Wochenende in Shanghai (und ich bin mir sicher das trifft auch auf andere Teile des Landes zu) an denen Paare im großen Stil ihre Hochzeit vorbereiten oder zelebrieren.

Zu jeder Hochzeitsvorbereitung gehören auch sagenhafte Hochzeitsfotos. In China endet das in einem gross angelegten Fotoshooting, meist in der Nähe von Prunkbauten oder in öffentlichen Parks oder auch vor der atemberaubenden Skyline Pudong auf der Bundpromenade. Der oben genannte Spiegelartikel zeigt dabei auch ein paar klassische Eindrücke, die ich hier zur Veranschaulichung gerne miteinbinden möchte. Eins sei noch vorweg geschickt - dieser Beitrag erhebt keinen Anspruch auf Richtigkeit. Er basiert lediglich auf subjektive Erfahrungen durch Gespräche und das Durchstöbern von Artikeln zu diesem Thema!

Chinesen und vor allem Chinesinnen lieben das Posieren vor der Kamera. Sie sind Meister des Verbiegens und keine Pose kann noch so übertrieben sein. Es gilt - je märchenhafter, desto besser. Da muss man schon abgehärtet sein, um sich in der Öffentlichkeit so zur Schau zu stellen :-)

Aber noch mal einen Schritt zurück - so schnell wird in China nicht geheiratet, auch wenn der soziale Druck hoch ist, schnell den Partner fürs Leben zu finden. Gehört man zu den Glücklichen, die den vermeintlich richtigen Partner gefunden haben, muss die Auserwählte erstmal die eigenen Eltern von dem Zukünftigen überzeugen. Das klingt simpel - ist es aber nicht. Die Ansprüche vor allem der Mütter der zu Vermählenden sind hoch. Anständig soll der Schwiegersohn in spe sein, einen ordentlichen Beruf ausüben und stupide gesagt ordentlich finanziell abgesichert sein, damit sich die Familie der zukünftigen Ehefrau nicht weiter um das Finanzielle ihrer Tochter kümmern muss, den schliesslich gelten Kinder in China im Alter als Art Pensionsvorsorge. Meistens, so habe ich mir sagen lassen, scheitern pot. Ehen an dem letzten Auswahlkriterium. Bei gut betuchten Junggesellen kann es wiederum nicht schnell genug gehen. Ein ungeschriebenes Gesetz besagt wohl, dass Mütter von Töchtern einer Heirat meistens erst zustimmen, wenn der Schwiegersohn in spe zur Hochzeit auch ein Eigenheim vorweisen kann. Ich konnte das anfangs selbst nicht glauben, habe dies aber von Kollegen und anderen Bekannten mehrfach gehört. Hat der arme Bursche das Geld nicht, schaut er blöd aus der Wäsche oder er verschuldet sich maßlos um dem Wunsch der Schwiegermutter zu entsprechen. Ach eines habe ich vergessen - über Liebe oder so was in der Art wird meist gar nicht erst gesprochen. Warum auch - geht es doch oftmals nur darum für die Zukunft abgesichert zu sein! Kein Wunder, dass so wie mir zu Ohren kam, die Scheidungsrate in China weiterhin auf dem Vormarsch ist. Dahin ist das Ideal den Partner fürs Leben zu finden...

Ist man als Frau in China über 30, womöglich noch Single oder ist bereits geschieden mit einem Kind zu Hause, dann kann man sowieso eigentlich gleich einpacken und am besten die Nationalität wechseln. Man gilt dann in China schlichtweg als nicht mehr vermittelbar.

Was tun in solchen Situationen? Man wird kreativ - oftmals helfen die Eltern der jungen Frau mit, verfassen Heiratsannoncen oder wirbt auf eigenen Hochzeitsmärkten für die eigene Tochter. Unglaublich aber wahr - wir konnten das selbst im Park des People's Square mitverfolgen. Da wurden Anzeigen nebeneinander aufgereiht, Mütter hielten Anzeigen auf dem Arm und sprachen wildfremde Männer, die nur annähernd als Junggesellen durchgingen an um ihre Tochter anzupreisen. Man könnte meinen, dass niemand zu solchen Treffen hingehen würde. Ha, weit gefehlt - es war gerammelt voll und jeder versucht den besten "Stand" zu ergattern. Da gings zu wie auf dem Jahrmarkt. Und wie überall auf freien Märkten wird auch dort schon mal geguckt, wie sich die Konkurrenz so macht. Da wird auch schnell noch mal die eigene Anzeige kurzfristig geändert und durch Gimmicks, die von der Konkurrenz verwendet wird ergänzt um keinen grossen Wettbewerbsnachteil davon zu tragen.

Am prägendsten fand ich jedoch ein Gespräch mit einer chin. Kollegin vor Kurzem. Sie, ich schätze (und das fällt mir hier bei den Chinesen immens schwer) Ende 30, sitzt neben mir Abends am Tisch. Wir kannten uns vorher nicht. Kurz ins Gespräch gekommen, offenbarte sie mir wie schwer sie es doch hat einen Mann kennenzulernen. Der Job vereinnahmt sich so, dass sie keine Zeit hat auch nur theoretisch einen Mann zu treffen. Ich war total überrascht, dass sie mir das so durch die Blume und so offen gesagt hatte; kenne ich so nicht von den Chinesen. Ich glaube sie muss wirklich ziemlich desperate gewesen sein. Als ich ihr freundlich versucht habe den Tipp zu geben ihre Einstellung zu Job und Privatleben bzw. ihre Prioriäten zu überdenken stiess ich sogar auf Zustimmung, was mich erneut überrascht hatte. Aus dem Gespräch nahm ich vor allem Folgendes - vielen Chinesen und Chinesinnen mangelt es an notwendiger Sozialkompetenz (was für mich per se keine neue Erkenntnis war und ja, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm - sowas gibts in unseren Gefilden ebenfalls zu Hauf!). Dies bestätigt auch der besagte Spiegelartikel....da empfehlen Experten Ratsuchenden die direkte oder indirekte Form der Ansprache beim ersten Zusammentreffen, will so etwa heissen "Hey, ich finde Dich nett und würde Dich gerne kennenlernen" oder "Hey, mein Kumpel und ich haben gerade über Thema x gesprochen und wir fragten uns wie Du zu dem Thema stehst". Ehrlich gesagt, weiss ich nicht ob Alternative a oder b die bessere Wahl für einen Anmachspruch ist, aber alleine dass sich Millionen von Chinesen mit dieser Frage beschäftigen löst bei mir nur Kopfschütteln aus....

[to be continued]

Posted by Claudio at 03:01 PM | Comments (0)

November 16, 2011

Deutscher Ball

Am Wochenende ist es wieder soweit, der dt. Ball steht vor der Tür. Nicht verwunderlich, dass die Hits auf meinem Blog seit einem Monat signifikant nach oben gehen, sind doch viele Besucher über entsprechende Eingaben auf Searchengines auf mein Blog gestossen. Bei Google komme ich gleich auf Position 3 und 4 auf der ersten Seite....Heijajei, ob das jetzt so gut ist wage ich mal sehr stark zu bezweifeln ;-)

Posted by Claudio at 01:56 PM | Comments (0)

Temperaturen in Shanghai im November

Es wird zunehmen frischer hier in Shanghai. Es dauert nicht mehr lange und dann schalten wir Klimaanlage (aus der dann heisse Luft kommt!) und unseren mobilen Heizkörper in der Wohnung an. Eine Zeit, die ich eigentlich nicht so gern habe. Vor allem weil sich die "Winterzeit" hier bis in den April ziehen kann....

Posted by Claudio at 01:50 PM | Comments (0)

Ich war da - Liste von chinesischen Flughäfen

So, ich muss mal fürs Protokoll eine Liste von chin. Flughäfen anfertigen, die ich bislang während meines Chinaaufenthaltes entweder privat oder beruflich bereist habe:

- Shanghai
- Peking
- Xian
- Shenzhen
- Nanyang
- Tianjin
- Hong Kong

[to be continued]

Posted by Claudio at 01:45 PM | Comments (0)

Sonntagsbrunch

Mit W. sind wir am Wochenende zum Brunch gegangen. Diesmal haben wir etwas Neues ausprobiert, Brunch im Le Meridien am Peoples Square. War ok, aber hat uns im Vergleich zum Westin nicht wirklich umgehauen. Da kann man ruhig ein paar RMB mehr ausgeben und das volle Programm im Westin geniessen. Die in Krankenschwester-Montur verkleideten Damen, die von Tisch zu Tisch wandern und den Gästen mit Spritzen einen Cocktail verabreichen war jetzt auch nicht wirklich der Bringer. Na wer es mag!

Posted by Claudio at 01:41 PM | Comments (0)

Nächstenliebe

Ich muss hier ein paar Themen aufarbeiten, die in den vergangenen Wochen in China passiert sind und zu denen ich bis jetzt noch keine Zeit hatte etwas zu posten.

Vor einigen Wochen ging die Nachricht durch die Welt, dass im Süden Chinas ein kleines Mädchen auf der Strasse von einem Wagen erfasst wurde und sich eine Ewigkeit kein Mensch um das verletzte Kind gekümmert hat. Erst nachdem eine Person sich dem Kind annahm und den Krankenwagen rief, konnte man ihr ärztliche Hilfe leisten. Leider zu spät wie sich herausstellte. Das Mädchen ist tragischerweise Tage danach an den Folgen der Verletzungen gestorben. Es ist immer wieder grausam solche Nachrichten zu lesen, vor allem wenn man selbst solch eine Situation schon mal live miterlebt hatte.

Die nüchterne Erkenntnis bei dem Thema ist, dass solche Zwischenfälle in China tagtäglich passieren. Mich hat es ehrlich gesagt verwundert, dass eben der oben genannte Fall die weltweite Medienlandschaft erreicht hatte. Was macht China um solche Fälle zu vermeiden. Meine, zugegeben subjektive Wahrnehmung, sagt, dass China mit Abschreckvideos solche Ereignisse vermeiden will. So ist mir neulich eine Grossbild LCD Leinwand nahe der Huai Hai Road aufgefallen, auf der Szenen von Überwachungskameras gezeigt wurden, die hier überall auf den Strassen positiert sind, die real-life Unfälle derartiger Natur gezeigt haben. Schreckliche Bilder waren das mit dem Ziel die Bevölkerung auf die Gefahren beim unachtsamen Überqueren der Strasse hinzuweisen. Ob das wirklich hilft wage ich zu bezweifeln. Ein besserer Rat wäre wohl die PKW und LKW Rowdys hier knallhart aus dem Verkehr zu ziehen.

Posted by Claudio at 01:38 PM | Comments (0)

Lebenszeichen

Oh Mann, die Zeit verrennt und ich komm erst jetzt wieder dazu hier etwas zu posten. Soviel passiert in den letzten Wochen und es fehlt einfach die Zeit mal wieder zur Ruhe zu kommen!

Wolfi ist inzwischen auch wieder zurück in Deutschland. Er war eine Woche bei uns und wir hatten eine super gemeinsame Zeit hier in Shanghai. Es ist immer wieder schön Besuch von zu Hause zu bekommen, vor allem weil man dann immer wieder einen frischen unverblümten Eindruck von dem Leben hier bekommt. Viele "Besonderheiten" fallen uns schon gar nicht mehr auf - erst wieder wenn unsere Besuche uns darauf hinweisen, weil sie sie vorher so noch nicht gesehen hatten.

Wolfis Besuch hat allerdings auch seinen Tribut gezollt. Nach seiner Abreise mussten wir erstmal ausschnaufen :-) (dies ist keine Beschwerde!) und so haben wir das Wochenende danach rein gar nichts gemacht, ausser Stunden vor dem Laptop zu sitzen und unsere Urlaubsplanung für Chinese New Year Ende Januar voranzutreiben. Nach Tagen der Recherche und Abwägung aller Alternativen (wir sind spät dran, viele Angebote sind schon weg) sind wir nun auch fündig geworden. Ende Januar geht es für eine Woche nach Malaysien. Wir sind gespannt was uns erwartet.

A propos Reisen, in gut 4 bzw. 5 Wochen (R. fliegt ne Woche früher) werden wir unseren kurzen Weihnachtsurlaub in die Heimat antreten. Wir freuen uns schon sehr unsere Freunde alle wiederzusehen. Es ist einfach unglaublich, wie die Zeit verrennt. Dann dauert es nicht mehr lange und wir sind kommenden Sommer wieder ganz zurück.

Posted by Claudio at 01:27 PM | Comments (0)

November 03, 2011

Wolfi ist da

Unglaublich, ich weiss momentan nicht wo mir der Kopf steht - soviel gibt es momentan zu tun. Der Grund, weshalb es hier in dem Blog so ruhig geworden ist.

Wolfi ist gestern Abend endlich bei uns angekommen. Schön, dass er hier ist. Hab mir heute und morgen freigenommen, um ein bischen von der Stadt zeigen zu können....

Posted by Claudio at 04:40 AM | Comments (0)
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